TANZWISSENSCHAFT UND DIE KUNST

Der Tanz wird zum Verhandlungsort für Fragen, wenn Konzept & Settings, Stile und Prinzipien ausgewählt und in den gesetzten Grenzen erfahrbar gemacht werden.

In der Kunst erforschen wir als Künstler diese Gesetzmäßigkeiten und Erfahrungsräume und bringen die Entdeckungen in Form von Werken mit dem Außen in Kontakt. Jeder Kontakt bringt auf seine ganz eigene Weise so neue individuelle Erfahrung,- und Erinnerungsräume hervor. 

In der Entwicklung meiner künstlerischen Projekte dienten  tanzwissenschaftlich relevante Fragestellungen der Erforschung, 

Auseinandersetzung und praktischen Umsetzung.

2012/13 studierte ich für 3 Semester MA Tanzwissenschaft an der Freien Universität Berlin zur geistes- und tanzwissenschaftlichen Vertiefung.

Die Vertical Dance Produktion "Escape from Flatland"  sowie meine künstlerische Beteiligung am interdisziplinären Kunstprojekt "Melodie - die Kunst des Anderen" stehen beispielhaft für die daraus resultierten Arbeiten.

TANZWISSENSCHAFT

Die noch junge Wissenschaft über den Tanz hat durch den von der Kulturstiftung des Bundes ausgerufenen Tanzplan 2006 - 2010 eine wichtige Stärkung erfahren. Das bundesweite Förderprogramm für Tanz in Deutschland förderte die Weiterentwicklung des Tanzes in all seinen Kategorien, Formen und Unterformen. So konnten bestehende Zentren erweitert und neue Zentren aufgebaut, Künstler und Kompanien gefördert, Kongresse gehalten und Tanzwissenschafts-Studiengänge gestärkt werden. 

In meinem Erststudium der Dipl. Kultur,- & Medienpädagogik beschäftigte ich mich ausführlich mit der Entstehung und Entwicklung der Zeitgenössischen Tanzformen und studierte wissenschaftlich und praktisch im besonderen die Tanzform Contact Improvisation und später Axis Syllabus. Daraus entstand am Ende meine Diplom-Abschlussarbeit mit dem Titel: 

Contact Improvisation im Spannungsfeld zwischen Tanzkunst und Alltagsbewegung. Körperdialoge zur Entwicklung individueller Körperintelligenz.

2008  erschien die Arbeit im GRIN Verlag und ist heute als gebundene Ausgabe im Handel erhältlich. Hier ist eine Übersicht über den Inhalt der Arbeit: >>see more

Nachtrag zur Forschung über die Contact Improvisation in Bezug auf die Körperintelligenz

Meine Forschung hinsichtlich der Entwicklung der individuellen Körperintelligenz hat sich seit meiner 2008 verfassten Diplomarbeit weiterentwickelt. So sehe ich die Contact Improvisation auch heute weiterhin als ein Forschungsfeld für den bewegten Tänzergeist, in dem viele der natürlich angelegten Prinzipien der Körperintelligenz angeregt, erforscht und entwickelt werden können.

Mein persönlicher Weg führte mich über die Jahre im Bereich der Körper & Bewegungsforschung u.a. zu Axis Syllabus, einem Bewegungsanalysesystem, das von Frey Faust begründet & innerhalb der Axis Syllabus Community weiterentwickelt wird. Axis Syllabus vermittelt essentielle Bewegungsprinzipien zur Unterstützung und zur Erweiterung der Fähigkeiten des Körpers, welche auf wissenschaftlich fundierter Basis in der Tanzpraxis erforscht werden. So wird hier je nach Fokus auch die Contact Improvisation als eine Bewegungsform genutzt, um den Körper in seinem Bewegungssystem zu erforschen.

Axis Syllabus trägt aus meiner heutigen Sicht im besonderen dazu bei, eine erweitere Perspektive auf den Begriff Körperintelligenz und seine Inhalte zu vermitteln.

No Manifesto, Yvonne Rainer, 1965

Tanz - Raum - Urbanität

Schnittstellen im künstlerischen Prozess der Raumaneignung und Raumproduktion als Künstlerkollektiv am Beispiel des Projektes „Melodie – die Kunst der anderen“

Präsentation zum Symposium TANZ – RAUM – URBANITÄT der Gesellschaft für Tanzforschung

Die Gesellschaft für Tanzforschung veranstaltete vom 3. - 5. Oktober 2014 in Berlin das Symposium mit dem Titel TANZ – RAUM – URBANITÄT

Zur Öffnung des Diskurses zum Themenkomplex wurden Daniel Daoudi als Projektinitiator des Stückes „Melodie - die Kunst des anderen“ und ich als Teil der Künstlergruppe des Stückes und als Vertreterin der Vertical Dance Compagnie Horizon eingeladen.

Die Vorstellung des Projektes „Melodie – die Kunst der anderen“ und der Betrachtung des Dialogs einer darin enthaltenen Disziplin, dem Vertical Dance, gab einen Einblick in die interdisziplinäre künstlerische Praxis und die daraus resultierende Raumaneignung, Raumgestaltung und Raumproduktion. Dabei waren aktuelle Ansätze aus Philosophie, Urbanistik und Tanzwissenschaft Teil des Prozesses der künstlerischen Praxis. Der Dialog, der aus dem zuvor entwickelten theoretischen Konzept mit einer oder mehreren künstlerischen Disziplinen entsteht, eröffnet „Schnittstellen“, welche das gestalterische Moment des Raumes bestimmen.  

Fazit: Künstlerische Interventionen in öffentlichen Räumen geben Individuen Anlass sich durch deren Aneignung, Gestaltung und Produktion einer künstlerischen Arbeit in Auseinandersetzung, gedanklicher Reflexion und aktiver Aushandlung mit ihrem Lebensumfeld zu begeben. Der öffentliche Raum selbst kann als unvoreingenommenen Raum und Material zur Verwendung gesehen werden. Wie Raum genutzt wird, entscheidet sich im und durch das Verhalten der Menschen darin.

 Den Grundstein für die Contact Improvisation legte im Frühjahr 1972 das Stück „Magnesium“, welches die Abschlusspräsentation eines Workshops von Steve Paxton im Oberlin College, USA war.

Auf mehreren Ringermatten bewegten sich 11 Männer taumelnd und rollend umher, prallten aufeinander, fielen zu Boden, standen wieder auf und taumelten weiter. Sie hatten keine Ausrichtung zum Publikum, die meisten Bewegungen wurden unkontrolliert ausgeführt, dabei war der Focus nach innen gerichtet. Magnesium endete mit einem fünfminütigen Stehen. Der Stand ermöglichte den Tänzern in einer meditativen Haltung den Erfahrungen ihrer Körper nachzuspüren, aber auch dem Publikum durch den Kontrast der Bewegungsdynamik die Bandbreite möglicher Bewegungen zu vermitteln.

Im Sommer 1972 führte Paxton seine Forschungen mit Studenten fort. Mit Hilfe von Filmaufnahmen betrachteten sie stundenlang die Experimente und versuchten Gesetzmäßigkeiten der Bewegungen herauszufiltern. Paxton sah im spielerischen Experimentieren mit den physikalischen Kräften in Verbindung mit dem Körperkontakt gleichberechtigter Körper einen neue Art des Tanzes, die nicht durch Assoziationen oder äußere Formen entstand, sondern allein durch die Berührungsinformationen der Körper und der körperlichen Reaktionen auf diese Impulse. 

Diese Video zeigt Steve Paxton mit Nancy Stark Smith 1982 in "Fall after Newton":  >>see more

Das Video zeigt zwei tanzende Contact Improvisation TänzerInnen:

>>see more

Contact Improvisation

Es begann sich ein neues räumliches und zeitliches Denken zu entwickeln. Eine Sequenz wurde nicht mehr durch ihre Erscheinung, sondern durch Berührung bestimmt."

Steve Paxton im Interview mit Lisa Nelson. Ballett International 5/99. S.31.

 

Eine Grundidee der Contact Improvisation ist es, dass Bewegung aus dem Moment heraus entsteht. CI lebt vom Dialog zwischen den Partnern - einer ständig sich wechselnden Gewichtsaufnahme und -abgabe. 

Ein Ziel kann es sein, einen gemeinsamen Bewegungsfluss –  Energy Pathway - zu finden, der es ermöglicht Entscheidungen aus dem Moment heraus geschehen zu lassen.

Einzigartig an dieser Bewegungstechnik ist die Kombination ihrer Elemente:

Der Tanz wird zu zweit oder mit mehreren Partnern getanzt und kann sich je nach Situation neu ordnen. Der direkte Körperkontakt (Point of Contact), das Experimentieren mit Gleichgewicht, Schwerkraft und Balance und die Einzigartigkeit des Tanzes durch nicht vorgegebene Bewegungen, also der Improvisation mit dem Partner/ der Partnerin, bilden die Grundlage in der CI.

Die Tanzform ist geprägt von Offenheit für den Moment, das Zuhören der eigenen präsenten Bedürfnisse und dem Austausch mit dem/n Tanzpartner/n.

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